Der Trick mit dem Ducking-Delay

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Das „Ducking-Delay“. Jeder hat es schon einmal gehört und man hört es immer wieder in modernen Produktionen. Ein Delay, das in den Pausen plötzlich in Erscheinung tritt. Aber wie erzielt man diesen Effekt? Eine Automation ist eine Möglichkeit. Aber das ist eine ganz schön mühsame Angelegenheit. Die effektivere Lösung ist viel einfacher. Hier eine kurze Erläuterung des Tricks….

Wie der Name „Ducking-Delay“ schon sagt, wird etwas „geduckt“. Und zwar das Delay selbst via Sidechain, während der Gesang (bzw. das Signal) im Vordergrund stehen soll. Erst wenn es zeitlich passt, also der Gesang eine Pause macht, soll das Ducking aufhören und das Delay in den Vordergrund treten.

Wenn man so das Internet danach durchforstet, findet mal zumeist die Option, ein Delay mit Sidechain Eingang zu nutzen. Was macht man aber, wenn man kein Delay mit einer solchen Funktionalität hat? Dann bedient man sich der ursprünglichen Herangehensweise aus analogen Zeiten. Einer Kombination aus Kompressor mit Sidechain und dem Delay. Für unser Beispiel nutze ich ein paar ProChannel Module in SONAR. Es geht aber auch mit jedem anderen Delay und Kompressor, solang der Kompressor einen Sidechain-Input hat.

Wir haben einen Vocal- (oder Instrumental-Track) und schicken diesen über einen Effektweg auf das Delay. Soweit nichts Ungewöhnliches.duckingdelay_1

Jetzt kommt der Kompressor zum Einsatz. Diesen legen auch wir auf den Effektweg hinter das Delay und aktivieren den Sidechain-Input des selbigen. Danach schicken wir über einen zweiten Send den Vocal-Track auf eben diesen Sidechain-Input und schalten diiesen Send auf Pre-Fader, damit der Fader keinen Einfluss auf den Sidechain-Weg hat.duckingdelay_2

 

duckingdelay_3Das Threshold für den Kompressor drehen wir ziemlich weit bis ganz runter und das Ratio hoch bis ins Limiting. Das hat die Bewandtnis, dass der Kompressor quasi als eine Art Gate dienen soll. Der Unterschied zu einem Gate mit Sidechain-Input ist, dass das Gate aufmachen würde, wenn am Sidechain ein Signal anliegen würde. Es soll aber zu machen. Daher der Kompressor mit radikalen Einstellungen. Man kann aber auch durchaus mit diesen Einstellungen ein wenig spielen, falls man das Delay nicht so stark reduzieren möchte.

Mit den Attack- und Release-Zeiten kann man nun steuern, wie schnell das Delay hörbar werden soll (Release) und wie weit das Delay „überhängen“ darf (Attack).

Was passiert nun? Der Kompressor drückt das Signal, solange am Sidechain ein Signal anliegt, soweit herab, dass das Delay gar nicht oder nur dezent hörbar ist. Sobald die Pause groß genug ist, dass der Release des Kompressors aufgehen kann, wird das Delay hörbar.

Dabei ist wichtig, dass der Kompressor hinter dem Delay sitzt, weil ansonsten das Signal, welches als Echo in Erscheinung treten soll, nicht dem Delay zugeführt wird, da es vom Kompressor weg rationalisiert wurde. Da der Kompressor das Ducking ja erst beendet, wenn eine Pause ist, kommt eben nur die Pause beim Delay an. Und eine Pause mit Delay, bleibt ja eine Pause. Also immer schön hinter das Delay mit dem Drückeberger.

Das gezeigte Beispiel ist natürlich nur ein Tipp, wie man es machen kann. Experimentieren erwünscht.

In diesem Sinne….Viel Spaß bei nachbauen.

 

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