Newbie-Frage: Was macht eigentlich ein Gate?

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Was ein Kompressor macht, haben wir uns ja schon angesehen. (Siehe hier–>) Aber zur manchmal recht schwer erfassbaren Gruppe der Dynamikeffekte gehören auch noch andere Effekte. Diesmal werfen wir einen Blick auf das Gate. Wobei das Wort „Gate“ sehr weit gegriffen ist. Dazu gehören zum Beispiel das klassische Noise-Gate und auch der Expander. Was tun diese also?

Grundlagen

Das Gate gehört, wie auch der Kompressor, zu den Dynamikeffekten. Also den Effekten, die den Dynamikverlauf bzw. die Lautstärke eines Signals beeinflussen und in der Regel im Insert eines Kanals eingesetzt werden.
„Gate“ – Englisch: „Tor / Schranke / Einlass“ – Das suggeriert schon, es lässt etwas durch oder auch nicht.
Die Regler sind ja schon mal ähnlich beschriftet wie bei einem Kompressor: Threshold, Attack, Release. Nur der Ratio ist hier durch einen Regler namens „Range“ ersetzt.
Im Unterschied zum Kompressor findet hier die Signalbearbeitung unterhalb des Thresholds (Schwellwert) statt. Und zwar wird ein Signal dessen Lautstärke unterhalb des Threshold liegt nicht durchgelassen. Erst wenn es den im Threshold eingestellten Wert überschreitet, macht das Gate auf und lässt das Signal durch.
Einige Gates haben auch die umschaltbare Funktion eines Expanders inne. Ein Expander arbeitet quasi wie ein umgekehrter Kompressor. Ein Kompressor senkt die Lautstärke über dem Schwellwert ab, der Expander hebt die Lautstärke unter dem Schwellwert an.

Mit dem Range-Wert wird dann fest gelegt, um wie viel dB das Signal im Gate-Modus abgesenkt wird oder wie stark das Signal im Expander-Modus angehoben wird.

Die beiden anderen Werte Attack und Release arbeiten wie gewohnt. Der Attack legt fest, wie schnell das Tor aufmachen soll oder wie schnell die Anhebung geschieht. Und der Release bestimmt, wie lang es dauert bis das Tor wieder schließt bzw. die Anhebung ein Ende findet.

Anwendungen

Ein Gate kann recht vielseitig eingesetzt werden. Sowohl zur Problemlösung, als auch zur Klangformung und sogar als Kreativeffekt.

Fall 1: Problemlösung Der Klassiker sind Schmatzgeräusche unerwünschte Atmer und Ähnliches in den Pausen einer Gesangspassage oder das Pickup-Brummen eines Singlecoil-Tonabnehmers einer Gitarre. Hier findet das Gate in seiner klassischen Form als Noise-Gate Anwendung. Man stellt den Threshold so ein, dass diese unerwünschten Geräusche in den Pausen nicht durchgelassen werden.

Fall 2: Klangformung Bei Schlagzeugen gerne und viel eingesetz, kann man mit dem Gate den Klang eines Drumsets maßgeblich beeinflussen. Bassdrum, Snare und Toms haben zumeist einen gewissen Anteil von Nachklang. Das Sustain. Oft soll eine Bassdrum aber nicht „Boooooom“ sondern „Wopp“ machen Hier gatet man einfach diesen Tail (Schwanz) weg. Gleiches gilt für die Snare. Bei den Toms wird es noch interessanter. Stellt man die Releasezeit gut ein, kann man diesen bekannten, abfallenden Ton der Toms erzeugen, die so klingen als seien es große Roto-Toms.
Beim Schlagzeug kann einem auch der Expander-Modus oft helfen, um zum Beispiel die Deadnotes auf der Snare anzuheben.

Fall 3: Kreativeffekt Mit dem Gate lassen sich noch so einige andere Sachen anstellen. Zum Beispiel der Trancegate-Effekt. Also ein rhythmisch arbeitendes Gate oder um Hallfahnen zu gaten (Stichwort. Gated-Reverb).
Das sind alles Dinge, die ich schon hier im Blog erklärt habe. Hier die Links zu den entsprechenden Seiten:

Trancegate: Trancegate selbst gebaut
Gated-Reverb: Der Phil Collins „In the air tonight“ Drum-Sound

In diesem Sinne….

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