Nix ist mit X4!!! Ab jetzt nur noch SONAR

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Die Zeit von Seriennummern ist bei Cakewalk vorbei. Von jetzt ab gibt es nur noch SONAR ohne X4, 5 oder 6. Da ab jetzt Neuerungen direkten Einzug in die DAW halten, schauen wir uns jetzt erst einmal die „kleineren“ Änderungen an, die keine ausführlichere Erläuterung brauchen. Größere Änderungen werden wir separat behandeln.

Auf den ersten Blick tat sich optisch nicht allzu viel. Wer die X-serie kennt, kommt auch im neuen SONAR sofort zurecht. Doch die Liste der Neuerungen ist schier endlos. Wir picken uns hier mal ein Paar Dinge raus, die uns aufgefallen sind. Die da wären:

1.) Das neue Membership-System

Viel diskutiert, aber im Kern eine klasse Idee. Cakewalk hat die Versionsnummern abgeschafft. Kein warten mehr bis zum Jahresende auf das neue Major-Update. Kauft man nun eine SONAR-Version oder ein Upgrade, ist man automatisch ein Jahr kostenloses Mitglied.
In dieser Zeit werden monatlich neue Features und neuer Content released, welche dann über das Command Center installiert werden. Ist eine neue Funktion entwickelt, wird dies auch sofort zugänglich gemacht und nicht erst mit dem nächsten Major-Release.

Ist die kostenlose Mitgliedschaft abgelaufen, kann man sich entscheiden. Entweder man zahlt den Jahresbeitrag, welcher nicht höher ist, als der reguläre Upgrade-Preis von einer Version auf die nächste, direkt. Oder man zahlt einen monatlichen Beitrag.
Oder aber man beendet seine Mitgliedschaft. Im Unterschied zu Mietsystemen, behält man jedoch seine Version von SONAR im zuletzt bezahlten Zustand und kann weiter arbeiten. Sollte man sich dann wieder dazu entschließen Mitglied werden zu wollen, ist man wieder im Upgrade-Status. Man muss also ein Upgrade kaufen und ist dann wiederum automatisch ein Jahr kostenloses Mitglied.

Für uns, die sowieso jede neue Version von SONAR mitnehmen, ist das eine super Sache. Wir sind immer auf dem Laufenden und haben die neuen Features gleich am Start, ohne lange warten zu müssen.

2.) Das Command Center

Für diejenigen deren Studio-Rechner keinen Internetzugang hat, wird’s nun schwierig. Cakewalk hat die gesamte Installation und Update-Verwaltung nun in ein separates Programm ausgelagert. Das Command Center. Im Command Center sieht man seine vorhanden Lizenzen und deren Status. Rot bedeutet „Verfügbar aber nicht installiert“, Grün bedeutet „Installiert“ und Gelb bedeutet „Update verfügbar“. Die Installation einer Komponente ist denkbar einfach. Einfach die Komponente im Command Center auswählen und auf „Installieren“ oder „Aktualisieren“ klicken. Das Command Center lädt dann die benötigen Dateien vom Cakewalk-Server runter und installiert das entsprechende Programm oder Update selbstständig.
Warum das Ganze? Zum einen als Kopierschutz. Zum anderen wegen des neuen Membership-Systems. Außerdem ist’s praktisch verfügbare Updates direkt zu sehen und ohne extra Download eines Installers installieren zu können.

Das Command Center

Das Command Center

3.) Hauptsteuerleiste

Die Hauptsteuerleiste hat einige Veränderungen erfahren. Früher konnte man nur so viele Module nutzen wie auf dem Monitor Platz war. Mit dem Problem wurde in einiger Hinsicht aufgeräumt.
Zum einen ist die Leiste nun scrollbar. Sind also mehr Module in der Hauptsteuerleiste verankert, als angezeigt werden können, kann man nun hin und her scrollen, um die benötigten Module ins Sichtfeld zu bekommen. Das geschieht entweder über die Buttons an den äußeren Enden der Leiste oder schlicht und ergreifend mit dem Mausrad.

Hauptsteuerleiste mit Scroll-Buttons an den seitlichen Enden

Hauptsteuerleiste mit Scroll-Buttons an den seitlichen Enden

Zum Zweiten sind die Module nun in ihrer Größe veränderbar. Dafür stehen in der Regel (es gibt 1-2 Module, wo dies nicht so ist) 3 Größen zur Verfügung. Groß, Klein und Reduziert. Groß ist das volle Modul. Klein bedeutet ein auf die wichtigsten Funktionen reduziertes Modul. Und bei Reduziert bleibt nur noch ein Platzhalter in der Steuerleiste übrig aus dem allerdings das volle Modul nach unten „aufklappt“, so bald man mit der Maus darüber fährt.

modul-volle-groesse

Das Tool-Menü in voller Größe

Das Tool-Menü in klein.

modul-reduziert

Das reduzierte Tool-Menü mit ausgeklapptem Menüfeld.

Die gesamte Steuerleiste lässt sich zu dem reduzieren, sodass mehr Platz auf dem Bildschirm ist. (Ganz aus-/einblenden ist weiterhin der Shortcut „C“)

Die reduzierte Hauptsteuerleiste

Die reduzierte Hauptsteuerleiste

Das Dropdown-Menü der Hauptsteuerleiste wurde im gleichen Zug dahin gehend erweitert, dass man alle Module gleichzeitig in der Größe verändern kann, oder dass man zum Beispiel die Reihenfolge der Module schützen kann, was verhindert, dass man versehentlich Module hin und her schiebt.

Steuerleiste-menue

Das erweiterte Dropdown-Menü der Hauptsteuerleiste

Zu guter Letzt kam noch ein Modul hinzu. Das Custom-Modul. Darin lassen sich beliebige Kommandos ablegen, sodass man häufig genutzte Befehle nicht in irgendwelchen Menüs suchen muss, sondern diese zentralisiert in diesem Modul sammelt.

Das ausgeklappte Custom-Modul mit geöffneter Zuweisungsliste.

Das ausgeklappte Custom-Modul mit geöffneter Zuweisungsliste.

4.) Pattern-Tool

Das neue Pattern-Tool ist ein interessantes Werkzeug. Es funktioniert quasi wie der Kopierstempel in Photoshop. Man wählt einen Bereich innerhalb eines MIDI-Clips aus, wechselt dann auf das Pattern-Tool und kann diesen Bereich dann wiederum frei an einer neuen Stelle einzeichnen, ohne zu kopieren und zu schneiden. Der Clou…Das Ganze funktioniert auch mit MIDI-Clips im Browser.  Man wählt einen MIDI-Clip im Browser aus und kann dann den Inhalt dieses Clips Ins eigene Arrangement zeichnen.

Das Pattern-Tool im Werkzeug-Menü

Das Pattern-Tool im Werkzeug-Menü

5.) Unbegrenzte SendsSends

Ewig wurde danach gerufen, jetzt ist es endlich möglich. Die Anzahl der gleichzeitig angezeigten Sends auf einem Kanals ist nicht mehr limitiert. Vormals musste man mit Pfeil-Buttons die Sends durchschalten, nun kann man auswählen, ob man maximal 1, 2, 4, 8 oder unbegrenzt viele Sends gleichzeitig im GUI sehen möchte.

6.) Stacking FX-Rack

Nanu? Die Effekt-Container sehen ja auf einmal so anders aus. stacking_fxJapp…Die heißen jetzt nicht mehr Container sondern Racks. Vormals konnte man höchstens 4 Effekte erkennen, die in dem Container eingebunden waren. Waren mehr darin, musste man über Pfeiltasten weiter steppen.
Jetzt „wächst“ das Effekt-Rack mit der Anzahl der eingebunden Effekte. Wäre nur schön gewesen, wenn dieses „Wachstum“ nur auf das einzelne Rack beschränkt geblieben wäre. Jedoch wachsen alle, auch die leeren, Effekt-Racks im Mixer nun mit. Oder wenn man eine Maximalgröße festlegen könnte, bevor man wieder Pfeil-Buttons nutzen muss. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Ebenfalls neu ist, dass man nun keinen Doppelklick mehr auf ein Plugin machen muss, um das GUI dazu zu öffnen. Ein einziger Klick reicht aus und das Fenster öffnet sich….Was uns gleich zum nächsten Punkt bringt.

7.) Neues Plugin-Fenster Handling

Plugin-Fenster werden nun wiederverwendet. Das heißt, dass, sollte ein Plugin-GUI geöffnet sein und man möchte sich ein anderes Plugin anzeigen lassen, sich das geöffnete Plugin selbstständig schließt, und dass sich nächste Plugin an gleicher Stelle öffnet.
Sollte man einmal mehrer Plugins gleichzeitig zur Bearbeitung öffnen wollen, kann man das automatische Schließen einzelner Plugin-Fenster sperren. Cakewalk nennt dies „anheften“. Dazu genügt ein Klick auf den kleinen Pin-Button, oben Rechts im Plugin-Fenster.

8.) Klein, aber hilfreich – Bypass-Button für jedes FX-Rackbypass_button

Klein aber fein. Einen Effekt-Container auf Bypass zu schalten ging, vorher mit einem Rechtsklick auf den Container, um dann im erscheinenden Dropdown-Menü den entsprechenden Menüpunkt auszuwählen. Nun befindet sich links oben über jedem Effekt-Rack ein kleine On/Off-Button, mit dem man alle Effekte darin bypassen kann.

9.) Rematrix-Solo – Convolution Reverb für den ProChannel

Overloud_ReMatrix_SoloUnd mal wieder ein neues Modul für den ProChannel. Diesmal hat Overloud wieder zugeschlagen und ihr neues Falltungshall Plugin ReMatrix auf das wesentliche reduziert. Ein Falltungshall für den ProChannel also. Er kommt mit einer bunten Auswahl an Impulsantworten und man kann sogar eigene Impulsantworten importieren. Dabei stolperte ich jedoch über ein kleines Manko. Während meiner Tests, importierte ich nur so zum Spaß das eine oder andere Sample. Jetzt wo ich mal in den importierten Impulsantworten aufräumen möchte, ist es mir bislang nicht gelungen, herauszubekommen, an welchem Ort diese Implusantworten abgelegt wurden.

10.) Als Kopie speichern – Kommando

Auch früher konnte man schon immer mehrere Versionen des Projektes als Kopie abspeichern. Das Problem war aber, sobald man das „Speichern als“ Menü genutzt hat, war die gespeicherte Version auch sogleich die geöffnete. Man hatte also immer das zuletzt gespeicherte Projekt geöffnet. Jetzt findet sich im Datei-Menü der Punkt „Als Kopie speichern“. Führt man diesen aus, wird das Projekt in seinem aktuellen Zustand gespeichert, aber man bleibt danach in der vorherigen Projekt-Datei um daran weiter zu arbeiten. Das macht Sinn, wenn man einen Zwischenstand abspeichern möchte, um eventuell mal einen Rollback zu diesem Punkt machen zu können.

11.) Verbesserte Browser-Suche

Eigentlich eine Kleinigkeit, aber ich habe lange darauf gewartet. Die Medien-Suche in SONARs Browser arbeitet nun rekursiv. Vormals suchte SONAR nur im geöffneten Ordner nach den im Suchfeld eingegebenen Wörtern nach Übereinstimmungen. Jetzt werden für diese Suche auch die Unterordner für die Suche herangezogen.

12.) Docking Verbesserungen

Auch so eine Kleinigkeit, die einem das Leben aber deutlich erleichtert. Hat man ein Plugin früher auf dem Bildschirm bewegt und kam dabei dem Multidock zu nahe, wurde es angedockt, obwohl man es vielleicht gar nicht wollte. Man konnte das mit dem Halten der STRG-Taste unterbinden. Dieses Verhalten wurde nun umgekehrt. Will man ein Fenster andocken, muss man die STRG-Taste gedrückt halten.

13.) Mehrsprachiges Interface

SONAR war schon immer mehrsprachig, aber es war nicht möglich die Sprache des GUI im Nachhinein zu  ändern. Dies geht jetzt. Diese Funktion ist jedoch ein wenig versteckt, da man die nicht in SONAR selbst tut, sondern dafür im Command Center  die Sprache umschalten muss.

 

Die größeren, erklärungsbedürftigeren Features wie VocalSync, die neue Pianorollen-Ansicht und MixRecall werden wir in eigenen Beiträgen genauer beleuchten.

Die Liste der Neuerungen ist sehr lang. Dazu gehören noch Dinge wie DSD-Support, verbessertes DiscStreaming und und und. Eine umfangreichere Liste der Neuerungen ist im Cakewalk Blog hier zu finden: SONAR 2015: “Under the Hood” Enhancements and Fixes

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