Roland ARX-01 Drum Expansion Board Erfahrungsbericht

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Da augenblicklich die letzten Roland ARX Boards im Handel zum Schleuderpreis verkauft werden, haben wir uns entschlossen, eines unserer VS-700 Systeme mit einem dieser Boards aufzurüsten. Unsere Wahl fiel auf das ARX-01 Drum Expansion Board. Man kann ja schließlich nie genug Drums haben. Und so’n kleines Roland V-Drums, direkt integriert in die DAW, ist ja schließlich nie verkehrt.

Das ARX-01 ist also im Grunde die Engine des Roland V-Drums, was das Ganze so interessant macht. Es handelt sich dabei nicht um einen pures PCM Sample-Player, sondern, durch die SuperNatural Technologie, um einen Wolpertinger aus PCM-Sample und Physical Modelling. Damit kann man so lustige Sachen anstellen, wie Kesseltiefe oder die Stimmung der Felle ändern.

Inbetriebnahme

Die Integration funktioniert denkbar einfach. Das Board in das VS-700R eingebaut und das Plugin installiert. Das Board hat, wie auch der FantomVS im VS-700, einen direkten Audioweg zu SONAR. Man muss sich also nicht um das Routing kümmern. Plugin in das Projekt gezogen und man ist Ready-to-go. Hier haben wir aber schon den ersten Stolperstein. Sollte man sich jetzt erst ein VS-700 auf dem Gebrauchtmarkt kaufen, und schon länger eine aktuellere Version von SONAR nutzen, wird man erst mal auf das Problem stoßen, dass der Audioweg nicht zu funktionieren scheint. Bei einem früheren Update hat Cakewalk diesen Weg einfach aus der Registry entfernt. Man braucht also ein kleines Registry-File mit den entsprechenden Einträgen, damit sowohl der FantomVS als auch das ARX Board wieder einen Ton von sich geben. Hat man dies, ist das keine große Sache. Registryschlüssel zur Registry hinzugefügt und schon läuft das Ganze.

Nächster Schritt. Das Plugin in ein Projekt gezogen und man hört erst mal….Trotzdem nichts. Warum?….Was ist den nun kaputt?…..Nichts. Es läuft scheinbar erst noch eine Art Ladeprozess im Hintergrund ab, obwohl das Plugin bereits geöffnet ist. Bis die Soundengine ansprechbar ist, dauert es knappe 10 Sekunden. Danach läuft es aber stressfrei. ……Bis…..

Nutzung

….Man die GUI des Plugin schließt und dann wieder öffnet. Was zum…? ….Das blöde Ding hat wieder das erste Set in der Liste geladen und alle Editierungen sind weg. Also nochmal versucht. Set ausgewählt, etwas daran herum geschraubt, GUI geschlossen, GUI wieder geöffnet und….Alles wieder weg. Hmmmm??? Problem. Ich habe eigentlich keine, Lust jedes mal alles neu einstellen zu müssen.
Lösung das Problems: die jBridge. Die sollte eigentlich zur Grundausstattung eines jeden Musik-Produzenten gehören. Auch wenn Cakewalks BitBridge eigentlich einen guten Dienst macht, hat sie hier und da doch mal Probleme. Erstaunlich ist nur, dass es diesmal ein Plugin aus dem eigenen Hause ist. Testen die das Zeug vorher nicht? Egal. Das Plugin der jBridge zugeordnet und schon merkt er sich alle Änderungen. Aber jetzt läuft es!!!
jBridge 1

…Bis….

Nanu? Was ist denn jetzt los? Änderungen im Plugin haben irgendwie keinen Einfluss auf den Sound, die Regler reagieren plötzlich so schwer und springen wild durch die Werte. (Ich sehe langsam im Spiegel, dass ich graue Haare bekomme.)
Da gab’s doch so einen Punkt in den Settings der jBridge, bezüglich „Sluggish GUI behavior“ Also die Settings der jBridge geöffnet….Moment. Der Balken am unteren Ende des GUIs mit dem Settings-Button der jBridge ist ganz weiß und der Button nicht da. (Die grauen Haare mehren sich.) Also im Manual der jBridge gesucht und nichts darüber gefunden. Letztendlich einfach mal auf blauen Dunst in den weißen Balken geklickt, an der Stelle, wo man den Button sehen müsste. Und….Da sind die Settings. Also nur ein grafisches Problem. Den Menüpunkt für das sluggish GUI behavior angehakt und schon läuft die GUI wieder ordnungsgemäß.

jBridge Settings Button

In dem Bereich sollte der Button für die Settings sein.

Jetzt aber!!!….

Die Sets klingen wie man das erwartet. Aller erste Sahne. Oder wie ein Comedy-Duo aus unserer Gegend sagen würde….“Oberkrone, wenn nicht sogar Kobra-Klasse“.

Jedoch zwei bzw. drei kleine Haken sind auch jetzt noch zu finden, für die ich jedoch keine oder zumindest nur eine halbgare Lösung anbieten kann….

Erstens: Der ausgewählte Sound wechselt mit jeder einkommenden MIDI-Note. Will man also an der Bassdrum schrauben, kann man das nur tun, wenn die Wiedergabe gestoppt ist. Es gibt keine Möglichkeit einen Sound zur Editierung fest ein zu locken. Das ist übrigens auch so, wenn das Board in einem Fantom G verbaut ist. Da fragt man sich, was sich Roland dabei gedacht hat. Ist ja nicht so, dass Producer gerne mal an Sounds schrauben, während die Wiedergabe läuft.

Zweitens: Man kann keine Kits auf dem Board speichern. Das Board bietet zwar 10 „Initial Kits“, die eigentlich zum Überschreiben da sein sollten, aber es gibt keinen Write-Button. Im Fantom G geht es, im Plugin nicht. Was hier geht, ist die gesamte Bank als VST-Bank (*.fxb) zu speichern. so kann man wenigstens selbst erstellte Kits sichern und für den späteren Gebrauch aufbewahren.

Und Drittens: Die Engine verfügt auch über eine synchronisierbare Roll- und Flam-Funktion. Das Problem ist nur, dass sie sich irgendwie nicht dem Projekttempo anpasst. Lösung des Rätsels: Das Plugin gibt das Projekttempo nicht an die Hardware weiter. Man muss die MIDI-Clock erst über die Präferenzen von SONAR direkt an den MIDI-Input für das Board (oder den FantomVS, da der das selbe Problem hat) schicken. Dann läuft’s synchron.

Fazit

FXB Bank speichernDer Sound des ARX-Boards ist wirklich klasse. Da kann man nichts sagen. Aber man braucht den Registryschlüssel, wenn man SONAR X2 oder später nutzt und man braucht die jBridge. Und an einigen Stellen der Usability fragt man sich dabei echt, was sich die Entwickler bei solchen Entwicklungen gedacht haben.
Wie dem auch sei. Nachdem die Stolpersteine beseitigt sind, läuft das Ganze endlich problemlos und klingt einfach „Kobra-Klasse“. Ich werde nun, nahezu gänzlich ergraut, wieder an die Arbeit gehen und dabei exzessiv das ARX-01 Board nutzen, weil es einfach saumäßig geil klingt.

In diesen Sinne….

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